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Vom 11. bis 15. September fand das MINT-EC Camp Öko-Science in Kevelaer an der niederländischen Grenze am Fluss Niers statt. Dort wurden unsere naturwissenschaftlichen Kenntnisse in den Bereichen Biologie, Chemie, Geografie und Physik erweitert, wie es in der Schule aufgrund begrenzter zeitlicher Vorgaben kaum möglich ist.

Wir sind wortwörtlich tief in die Natur am Niederrhein eingetaucht, denn das Camp war erstmalig ein Outdoor-Camp, mit obligatorischer Zeltübernachtung auf einem wunderschönen Campingplatz, Lagerfeuer und Kanufahren auf der Niers, wobei Begegnungen mit Insekten aller Art keinem erspart blieben.

Als Gruppe von insgesamt 18 Schülerinnen und Schülern der 10. bis 13. Klasse aus sechs verschiedenen Bundesländern erforschten wir vorrangig Wasser und Boden in Bezug auf das Ökosystem. Durch Führungen in Einrichtungen wie einem Kieswerk das gerade beispielhaft zum Schutz der Ökosysteme renaturiert und rekultiviert wird. Im Klärwerk Mönchengladbach erhielten wir nicht nur einen Einblick in diverse Berufe auf diesen Gebieten (wie z.B. Biologen, Chemiker, Landschaftsarchitekten oder Technische Zeichner), sondern erhielten auch Einblick in deren Tätigkeitbereiche. Beispielsweise untersuchten wir in Gruppen die Güteklasse des aufbereiteten Wassers der Kläranlage, welche unter anderem durch Eisen, das Phosphate löst, verbessert wird.

Die meiste Zeit verbrachten wir jedoch in der freien Natur und arbeiteten am örtlichen Fluss Niers, der zur Zeit renaturiert wird, nachdem er in den 50er Jahren auf einer Strecke von 99 km begradigt wurde, was dem Ökosystem natürlich zugesetzt hatte. Bevor die Renaturierung beginnen kann, muss der Abschnitt des Flusses kartografiert werden, d. h. Merkmale der Umgebung und des Flusses selbst werden bewertet, damit der Grad der Veränderung festgestellt werden kann. Dieser Vorgang kann bei Unerfahrenen bis zu einer Stunde pro 100 Meter dauern, daher ist Erfahrung in diesem Beruf sehr wichtig.
Außerdem durften wir Boden- und Gewässerproben nehmen und anschließend auswerten, nachdem wir über diese Arbeit Vorträge gehört hatten. Dies wird getan, um durch die Tiervorkommen einschätzen zu können, welche Güteklasse das Gewässer hat, ohne Chemie einzusetzen, da bestimmte Tiere nur in einer besonders guten Wasserqualität leben können.
Bei den Bodenproben fügten wir in einem Gefäß Wasser oder Chemikalien hinzu, um aus der Reaktion des Bodens Schlüsse ziehen zu können. Dadurch könnten wir in einem Waldabschnitt feststellen, das Gletscher der vorletzten Eiszeit bis an den Niederrhein gekommen sind.

Alle Beteiligten empfanden das Camp als Erfolg und auch ich kann es nur weiter empfehlen, da man aus diesen vier Tagen neben Mückenstichen auch sehr viel Wissen und praktische Erfahrung mitnehmen konnte.

Hier finden Sie einen Zeitungsbericht der Rheinischen Post zum MINT-EC-Camp vom 24. September 2016

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