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Erstmalig konnten die neuen Schülerinnen und Schüler der Regelklassen im Schuljahr 2016/17 das MINT-Zusatzangebot „Forscherklasse“ wählen. In diesem wird über den regulären Unterricht hinaus der Forschergeist in den naturwissenschaftlichen Fächern besonders gefördert. Dafür steht alle zwei Wochen eine zusätzliche Doppelstunde am Nachmittag zur Verfügung. Diese Stunden können teilweise auch  zusammengefasst werden, um z.B. an einem Forschernachmittag eine Exkursion zu unternehmen. Anhand spannender Projekte lernen die Schülerinnen und Schüler fast spielerisch naturwissenschaftliche Arbeits- und Denkweisen kennen und erarbeiten sich schon früh wichtige Kompetenzen wie z.B. Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer forschen in Kleingruppen von maximal 16 Schülerinnen und Schüler. Der Ansturm in diesem Schuljahr war so groß, dass wir erfreulicherweise drei Arbeitsgruppen bilden konnten.

Die Schüler und Schülerinnen haben in diesem Schuljahr vertiefte Einblicke in folgende Themenbereiche bekommen:

  • Wasser – ein spannender Stoff!
  • Faszinierende Aspekte der Mathematik
  • Mensch und Tier – wie verbunden sind wir?
  • Orientierung -  Wir kennen uns aus!

Das Thema Wasser wurde in diesem Jahr sehr umfangreich behandelt: Wir sind mit spannenden Experimenten zur Frage:“ Was kann Wasser alles?“ gestartet. Hierbei wurden unter anderem die Aggregatszustände, die Schwimmfähigkeit und die natürliche Fließrichtung getestet

Besonderen Spaß hatten die Forscherkinder beim Bau von Leitungen aus Strohhalmen. Anschließend haben die Schüler und Schülerinnen die „Wassergüte“ als Qualitätsmerkmal kennengelernt. Wasser aus dem Schulteich oder Regenwasser wurde mit verschiedenen Böden gefiltert und gereinigt. Um verschiedene Verschmutzungsgrade und Filter zu testen, wurde das Wasser mit Tinte oder Rotkohlsaft versetzt. Hier konnten die kleinen Forscher selbst herausfinden, ob ein Kies-, Sand- oder Lehmboden das Wasser am besten reinigt.

Danach wurde Wasser unter chemischen Gesichtspunkten untersucht und die Schüler und Schülerinnen bestimmten den pH-Wert und den Sauerstoffgehalt des Wassers im Schulteich. Diese Versuche werden zum Schuljahresende von den Schülern, die nun bereits Experten für Wassertests sind, an der Wertach wiederholt um die Unterschiede zwischen Fließgewässer und stehendem Gewässer zu betrachten. Weitere interessante Aspekte sind die Messung der Fließgeschwindigkeit und der Aspekt der Renaturierung beim Projekt „Wertach vital“.

In der kalten Jahreszeit beschäftigten sich die Forscherklassen lieber drinnen mit faszinierenden Aspekten der Mathematik. Die Schüler und Schülerinnen entdeckten Strukturen und Zusammenhänge im Pascalschen Dreieck und spielten mit den Fibonacci-Zahlen, die schon Leonardo da Vinci Kopfzerbrechen bereiteten. Mit großer Begeisterung konstruierten die Schüler „Platonische Körper“ aus Zahnstochern und Erbsen, Papier, bunten Strohhalmen oder speziellen Plastikbauteilen. Die schönsten Ergebnisse wurden stolz mit nach Hause genommen.

Mit der für die beiden Donnerstagsgruppen ersten Exkursion eröffnete der Themenblock „Mensch und Tier“: Bei einem Rundgang im Augsburger Zoo suchten die Forscherkinder gezielt nach den nächsten Verwandten des Menschen, den Affenarten. Außerdem übten sie das Anfertigen einer Skizze an ihrem Lieblingsaffen. Anhand der wissenschaftlichen Bezeichnung ordnen sie diese in den Folgestunden zu einem Stammbaum des Menschen und erhalten genauere Einblicke in Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Abgerundet wird der Themenblock durch die Möglichkeit zum Besuch einer Vorlesung der Kinderuni Augsburg: „Von der Nashorngeburt zum Kolibri-Transport: Wie funktioniert ein Zoo?“ von Dr. Barbara Jentschke, Direktorin des Augsburger Zoos.

Eine besondere Gelegenheit um „Uniluft“ zu schnuppern, bot sich der Mittwochsgruppe: sie durften direkt an der Forschungsarbeit in der Universität Augsburg mitwirken. An zwei Nachmittagen fuhr die Gruppe zur Universität Augsburg, um dort in den Räumen der Physikdidaktik zu experimentieren. Ausgehend vom Rahmenthema „Wasser“ untersuchten die Jungforscher die Frage, wann und warum Wasser Strom leiten kann. Dabei wurden die Vorstellungen zum Stromkreis getestet und der Frage nachgegangen, wie elektrischer Strom entsteht. Dabei wurden Sie von den Studierenden der Physikdidaktik angeleitet und beobachtet. Die Beobachtungen werden von den Studierenden im Seminar ausgewertet und sollen dazu dienen, Strategien für Lehrkräfte zu entwickeln mit denen sie ihren Unterricht an die heterogenen Vorstellungen, die die Schülerinnen und Schüler in den Physikunterricht mitbringen, adaptieren können, um den Lernenden zur Weg zum Verständnis der Physik zu ebnen. Dieses Seminar ist Teil des LeHet-Projektes, das die Universität im Rahmen der Qualitätsoffensive des BMBF durchführt. Die Schüler waren alle mit großer Begeisterung bei der Sache: „Toll, wir sind dann ja jetzt die Versuchskaninchen“. Für die Studierenden andererseits ist der direkte Kontakt mit den Schülern eine nicht zu unterschätzende Erfahrung im sonst eher theoretischen Ausbildungsgang an der Universität.

Das Thema Orientierung wird draußen in der Natur (Schulgarten und Umgebung) stattfinden, um das gelernt Wissen aus dem Geographie-Unterricht in der Praxis umzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler kennen bereits verschiedene Methoden sich im Gelände zu orientieren und sollen diese nun praktisch anwenden:

  • die Bestimmung der Himmelsrichtungen durch Sonnenstand, Pflanzen oder Bauwerke
  • der Umgang mit dem Kompass
  • die Handhabung von Karten

Das Projekt „Forscherklasse“ wird in der Jahrgangsstufe 6 im kommenden Schuljahr fortgesetzt und auch die neuen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler können sich wieder in die Forscherklasse einschreiben und wenn alles klappt, dann wird es im kommenden Schuljahr erstmal eine reine Forscherinnenklasse geben...

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