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Im Sommer 2015 besuchten einige Kollegen des Jakob-Fugger-Gymnasiums die Anne-Frank-Realschule in München  und lernten dort im sog. Lernbüro  eine Unterrichtsform kennen, in der die Eigentätigkeit und Eigenverantwortung der Schüler im Mittelpunkt steht. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in den Kernfächern in einzelnen Stunden  selbstorganisiert und in ihrem eigenen Tempo mit den von den Lehrkräften vorbereiteten Unterrichtsmaterialien. In erster Linie geht es dabei darum, den Unterrichtsstoff zu wiederholen, zu vertiefen und selbstständig einzuüben.

Am Jakob-Fugger-Gymnasium bieten die Stunden des erweiterten Fachunterrichts  den für diesen Methodenwechsel notwendigen zeitlichen Rahmen. Im Schuljahr 2015/16 wurde das Lernbüro erstmals für die Fächer Deutsch und Mathematik für die beiden Ganztagsklassen der 5. Jahrgangstufe eingeführt, im Schuljahr 2016/17 wurde das Lernbüro auf die 6. Jahrgangsstufe ausgedehnt und auch in weiteren Fächern wie in Englisch, Französisch und Latein angeboten. Von den im Ganztageskonzept enthaltenen großzügigen Stundenkontingent wird pro Woche eine Stunde für das Lernen im Lernbüro vorgesehen. Da für die Arbeit im Lernbüro eine Doppelstunde sinnvoll erscheint, findet das Lernbüro in den Kernfächern zweiwöchig in Form einer Doppelstunde statt. Die Lerngruppen wurden dafür geteilt, so dass in einem Lehrerteam von vier Kollegen die Materialien für die sog. Lernboxen vorbereitet werden können. Im Fach Deutsch entstanden in der Jahrgangsstufe 5 die Lernboxen „Grammatik“, „Rechtschreiben I“ und „Bericht“, in der Jahrgangsstufe 6 die Lernboxen „Erzählen“, „Rechtschreiben II“ , „Wortschatz“ und „Textproduktion“. Die Schülerinnen und Schüler wählen aus diesen Lernboxen Materialien aus, bearbeiten sie und kontrollieren sie selbständig mit Hilfe der Lösungsblätter. Durch die Einteilung der Materialien in Basis-, Übungs- und Zusatzbausteine  ergeben sich auch neue Wege  der Individualisierung und Differenzierung.

Ein Laufzettel für jede Lerneinheit dient der Dokumentation der Arbeit, im Logbuch als Teil des Ganztagsplaners werden die Ergebnisse festgehalten. Hier ist auch Raum für ein Schüler- und Lehrerfeedback zur Lernbüroarbeit. Der Lehrkraft kommt bei der Arbeit im Lernbüro in erste Linie die Rolle des Koordinators und Lernbegleiters zu.

Nachdem im ersten Jahr der Erprobung wertvolle Erfahrungen gesammelt wurden, die für die Weiterentwicklung genutzt werden konnten, konnte sich das Lernbüro als Teil unseres Ganztagsklassenkonzepts etablieren. Die Schüler sehen in den Lernbürostunden eine willkommene Abwechslung in ihrem Schultag am Jakob-Fugger-Gymnasium.  Die Phase des selbstorganisierten Arbeitens gibt ihnen die Möglichkeit, gemäß des eigenen Lerntempos die Aufgaben ruhig und konzentriert zu erledigen. Viele Lehrkräfte begrüßen die Freiräume für neue Unterrichtsansätze, die mit der Einführung des LernplanPlus ohnehin noch mehr im Mittelpunkt stehen werden.

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