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Vom 03.-14. Oktober 2016 machten sich wieder interessierte Schüler des Jakob-Fugger-Gymnasiums zusammen mit Schülern des Maria-Theresia- und Holbeingymnasiums auf den Weg, um unser Nachbarland direkt zu erforschen. Eine reine Jungengruppe, begleitet von Frau Felber in der ersten Woche, Frau Hof in der zweiten und Frau Vogelgsang in beiden Wochen,  wurde von netten Franzosen des Lycée Pierre-Émile Martin in Bourges aufgenommen.

Uns erwartete ein äußerst kurzweiliges und abwechslungsreiches Programm, das die dortige Deutschlehrerin, Camille Vidal, für uns zusammengestellt hatte. Es reichte von Führungen durch die Kathedrale, dem Wahrzeichen von Bourges, das Palais Jacques-Coeur, das Schloss Meillant und das Kloster Noirlac über witzige Pflanzenkunde in den Marais bis hin zu einer Firmenbesichtigung (Seco Tools) und einem Bowling-Nachmittag. Im Rathaus wurden wir von der stellvertretenden Bürgermeisterin mit einer Rede auf Deutsch überrascht und herzlich in Bourges begrüßt.

Selbstverständlich lernten wir auch den französischen Tagesablauf und vor allem das Essen kennen. Bereits am ersten Morgen wunderten wir uns, dass das ganze Schulgelände abgeriegelt war und vor der einzigen zugänglichen Pforte ein freundlicher Herr alle eintretenden Personen persönlich einließ. Was wir zuerst für einen Aufseher hielten, war der Direktor der Schule, der aufgrund der Attentate in Paris genau darauf achtete, welche Personen sich auf seinem Schulgelände befinden. Dieser Schulleiter, M. Montillon, und seine Stellvertreterin, Mme Torchon, hießen uns dann bei einem französischen Frühstück in der Schulkantine herzlich willkommen. Im Anschluss daran erhielten wir von einem der Schüler eine exklusive Führung durch das Schulhaus, was vor allem deshalb interessant war, weil diesem Lycée auch ein Lycée professionnnel angeschlossen ist und wir die dazugehörigen Werkstätten (Elektronik, Elektrotechnik, Mechanik…) ebenfalls besichtigen durften.

Eine ungewöhnliche Besonderheit dieses Lycées ist der zeitliche Beginn der Stunden (8.08 Uhr) und das Klingeln zu absolut ungewöhnlichen Zeiten  (9.03 Uhr, 10.58 Uhr…). Der Schultag in Frankreich ist sehr lang. Vor 17.00 Uhr ist selten Schluss. Da ist eine große Mittagspause mehr als notwendig. Fast jeden Mittag, außer wenn wir auf Ausflügen unterwegs waren, nahmen wir ein Festmahl in der Schulkantine ein. Es ist wirklich beachtlich, was dieses Essen alles enthält. Jede Mahlzeit in der Kantine besteht aus mindestens vier Gängen. Der Direktor verriet uns mit einem Augenzwinkern, dass den wichtigsten Posten an einer französischen Schule der Chefkoch innehat.

Im März traten die Franzosen zusammen mit der Deutschlehrerin Camille Vidal und dem Geschichts- und Geographielehrer Basile Oden dann den Gegenbesuch an. Vom 27.03. bis 07.04. durften sie nicht nur Augsburg, Donauwörth, München und Neuschwanstein erkunden, sondern auch das bayerische Schulsystem und die andere Stundenverteilung in Deutschland kennenlernen. Sehr interessant fanden sie den Besuch des Puppenkistenmuseums und des Planetariums, absolute Höhepunkte aber waren die Führung durch das FCA-Stadion und die Besichtigung von Airbus Helicopters in Donauwörth (siehe eigener Artikel).

Solange zwei Wochen auch erscheinen mögen, sie vergehen wie im Fluge, wenn man in einem anderen Land die dortigen Bräuche und Sitten oder auch einfach nur den Alltag miterleben darf und am Ende hat man sich so zusammengerauft, aneinander gewöhnt, ist neugierig aufeinander geworden, dass der Abschied sehr schwerfällt und oft schon kurze Zeit später E-Mails hin- und hergehen oder vielleicht schon ein nächstes Treffen vereinbart wurde. Trotz aller Anfangsschwierigkeiten und auftauchenden Problemchen überwiegen am Ende immer die wertvollen Erfahrungen, die sprachlichen Fortschritte und der persönliche Entwicklungsschub.

Also, liebe 8.-Klässler, nächstes Jahr seid ihr dann dabei.

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