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„Europa ist wichtig für uns alle und eine gemeinsame Währung war richtig.“ Dieser Satz war das Fazit von Helmut Wahl, der als Vertreter der Deutschen Bundesbank am 18.12.2017 vor den beiden Q12-Wirtschaftskursen von Herrn Horn über die Geldpolitik des Eurosystems referierte. Unter Anbetracht der momentan politisch und gesellschaftlich angespannten Zeiten in Europa ist es umso wichtiger, Verständnis für allgemeineuropäische Zusammenhänge zu schaffen, zu denen auch die gemeinsame Geldpolitik zählt. Aus diesem Grund ist es der Bundesbank ein wichtiges Anliegen, Schülern gesamtwirtschaftliches Wissen zu vermitteln.

Herr Wahl, der in der bayerischen Hauptverwaltung der Bundesbank in München arbeitet, gab einen Einblick in das Instrumentarium der EZB und vertiefte das bereits vorhandene Wissen aus dem Wirtschaftsunterricht. Er bezog sich in seinen Ausführungen vor allem auf den Aufbau und die Aufgaben der Europäischen Zentralbank. Die Geldpolitik, die vom EZB-Rat bestimmt wird, gilt im Gegensatz zur Fiskal- oder Sozialpolitik, die in jedem Land variiert, einheitlich für den gesamten Euroraum und wird vom Direktorium bzw. den nationalen Notenbanken umgesetzt. Eckpfeiler des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) sind die Unabhängigkeit, die Verpflichtung auf Preisstabilität, die das vorrangige Ziel der Geldpolitik darstellt, und das Verbot monetärer Haushaltsfinanzierung.

Auch die Weltwirtschaftskrise und die Eurokrise, welche ursächlich  für die aktuelle expansive Geldpolitik der EZB sind, wurden im Laufe des Vortrags behandelt. Laut Herrn Wahl stehen ein Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik sowie eine Zinswende im Euroraum momentan nicht in Aussicht. Somit ist auch ein Ende der Vollzuteilung an Geschäftsbanken derzeit äußerst unwahrscheinlich.

Die angesprochenen Themen kamen bei den kommenden Abiturienten gut an, was sich an den zahlreichen konstruktiven Nachfragen zeigte. An dieser Stelle danken wir Herrn Wahl sehr herzlich für seinen Besuch und diesen sehr informativen Vortrag.

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