Jakob Fugger, der Bill Gates des 15. und 16. Jahrhunderts, und nebenbei der Namensgeber unser Schule, war der reichste Mann in Europa. Aber was gibt es noch über ihn zu sagen?

Jakob Fugger, der Reiche

Jakob Fugger II., der Reiche (1459-1525), Reichsgraf (von Kirchenberg; seit 1514), Handelsherr und Bankier. Er war der reichste Europäer seiner Zeit und der bedeutendste Angehörige der Augsburger Kaufmannsfamilie Fugger.

Jakob Fugger wurde am 6. März 1459 in Augsburg geboren.

Nach dem Tod seiner Brüder übernahm er als Alleininhaber die Leitung des Handelshauses und baute dessen wirtschaftliche Weltgeltung, seinen Einfluss auf die Reichspolitik und sein Vermögen aus. Den Italienfeldzug von Kaiser Maximilian I. 1509 finanzierte er mit 170 000 Gulden. Sein Darlehen von über 543 000 Gulden ermöglichte es dem spanischen König Karl I., die Bestechungsgelder für seine Wahl zum Kaiser Karl V. aufzubringen. Als Gegenleistung verpfändete Karl seinem Bankier spanische Salz-, Kupfer- und Goldbergwerke und übereignete sie ihm 1521 für 400 000 Gulden auf dem Wormser Reichstag; Karl blieb jedoch mit 200 000 Gulden, einschließlich acht Prozent Zinsen, weiter verschuldet. Ähnliche Finanzgeschäfte tätigte Jakob Fugger mit anderen Fürsten: unter anderem erhielt Albrecht von Brandenburg ein Darlehen von 29 000 Gulden, das dieser mit Einkünften aus dem Ablasshandel abzutragen versuchte. Die lukrative Beteiligung am ostindischen Gewürzhandel sowie sein Kupfermonopol in Europa trugen dazu bei, dass sich das Geschäftskapital des Handelshauses zwischen 1494 und 1527 von gut 54 000 Gulden auf rund zwei Millionen Gulden steigerte.

Jakob Fuggers Engagement als Renaissancemäzen zeigt sich u.a. in der Stiftung der Fuggerkapelle Sankt Anna in Augsburg und der Schaffung der Fuggerei, der ältesten Sozialsiedlung der Welt, ebenfalls in Augsburg.

Jakob Fugger starb am 30. Dezember 1525 in Augsburg und wurde in der Fuggerkapelle bei St. Anna beigesetzt. Das Handelshaus erbte sein Neffe Anton Fugger.

Bild: Albrecht Dürer; Augsburg, 1520
Quelle Bild: Augsburger Staatsgalerie