Jakob1Am 16. September war es endlich soweit: 28 Schülerinnen und Schüler der Q12 brachen in Begleitung von Frau Khan, Herrn Wünsch und einem Praktikanten mit gepackten Wanderrucksäcken auf. Nach einem knapp dreistündigen Flug erreichten wir Porto, wo wir versuchten möglichst schnell in unsere Unterkunft zu gelangen, um den Nachmittag und Abend komplett auszunutzen. In Kleingruppen besichtigten wir dann die zweitgrößte Stadt Portugals, die gleichzeitig das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum im Norden des Küstenstaates bildet. Nach einem Abstecher zur Kathedrale am höchsten Punkt der Stadt musste unbedingt auch die knapp 400 Meter lange Brücke „Ponte Luís I“ besucht werden, die über den Fluss Douro, der in den Atlantik mündet, führt. Als Abendessen probierten viele eine lokale Spezialität, die Francesinhas, ein warmes mit mehreren Fleischsorten belegtes Sandwich. Nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Boulevard neben dem Douro, wo das Flair der Hafenstadt spürbar wurde, stand die Rückkehr ins Hostel an. Die nächsten Tage sollten aber mindestens genauso schön werden.

Am Dienstag brachte uns ein Bus morgens nach Pontevedra, einem Städtchen direkt hinter der Grenze zu Spanien. Hier begann unsere dreitägige Pilgerreise nach Santiago de Compostela. Durch wunderschöne, unberührte Landschaft, Weinanbaugebiete und schattige Wälder, führte uns der Weg bis nach Caldas de Réis. Unterwegs war bei sommerlichen Temperaturen viel Zeit für unterhaltsame Gespräche. Erschöpft nach den ersten 24 Kilometern unserer Wanderung mit einem Rucksack auf dem Rücken, gelangten wir zu unserer Unterkunft. Nach einem Spaziergang im Städtchen, einem Abendessen und einem geselligen Zusammensitzen, sanken wir alle in unsere Betten, um Kraft für die zweite Etappe zu tanken.

Wie am vorherigen Tag auch schon, brachen wir morgens mit unseren Rucksäcken auf dem Rücken auf zu unserem nächsten Ziel: Padrón. Weiter durch die flache Landschaft Westspaniens, durch kleine Ortschaften und Dörfer hindurch, wo uns traditionsgemäß mit „Buen camino!“ ein guter Weg gewünscht wurde, erreichten wir nach 20 Kilometern die alte Kleinstadt Padrón. Auch hier haben wir versucht den Nachmittag und Abend voll und ganz auszukosten; die meisten bei der Übertragung eines Fußballspiels der Champions League in einer kleinen, traditionellen spanischen Sportbar. Ein bisschen aufgeregt, was uns am nächsten Tag an unserem Ziel erwarten wird, beendeten wir auch unseren dritten Tag.

Jakob2Der große Tag ist gekommen! Heute sollten wir unsere letzte, aber auch längste Etappe bis nach Santiago de Compostela wandern. Voller Vorfreude, den wichtigsten christlichen Wallfahrtsort zu erreichen, packten wir ein letztes Mal unsere Sachen und zogen die Wanderschuhe an. Die Route heute führte uns durch etwas höher gelegenes Gelände und dann, nach 22 Kilometern, konnten wir das erste Mal die Türme der mächtigen Kathedrale Santiagos in der Ferne sehen. Dies gab uns nochmals die Energie für die letzten fünf Kilometer. Nach einem Aufstieg in das Zentrum der Stadt hatten wir es endlich geschafft und standen auf dem bekannten Platz vor der noch bekannteren Wallfahrtskirche. Es war ein unglaubliches Gefühl an diesem Ort, zu dem seit Jahrhunderten Menschen pilgern, erreicht zu haben. Nahezu alle Sprachen und Nationalitäten der Welt konnte man auf diesem Platz hören, beziehungsweise antreffen. 

Den Abend füllten die meisten mit einem ausgiebigen guten Essen als Belohnung für die Strapazen der letzten Tage. 

Den Freitag verbrachten wir vollständig in Santiago de Compostela. Der Besuch des Inneren der Kathedrale am Vormittag mit der gesamten Gruppe war natürlich ein Muss. Trotz des teilweise von Baugerüsten verdeckten Innenraums, waren die großen Ausmaße des Gotteshauses überwältigend. Vor allem der prachtvoll verzierte Hochaltar in der Mitte der Kirche mit der Statue des Heiligen Jakobs, dem man traditionell für die Begleitung auf dem Weg dankt und ihn um seinen Schutz bittet, sowie die Krypta mit den Gebeinen Jakobs waren sehr eindrucksvoll. 

Danach hatten wir die Möglichkeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und in Souvenirshops einige Kleinigkeiten für Freunde und Familien zu kaufen. Nach einem letzten Beisammensein am Abend wurden die Rucksäcke schon für die Abfahrt am nächsten Tag vorbereitet. 

Am Samstagmorgen stärkten wir uns mit einem reichhaltigen Frühstück für die anstehende Reise. Der Rückflug erfolgte nach Zürich, von wo wir mit dem Bus gegen 19 Uhr dann wieder Augsburg erreichten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Studienfahrt sicherlich eine Bereicherung für uns alle war. Viele Pilger aus Deutschland sagten uns unterwegs: „So eine Reise hätte ich zu meiner Schulzeit auch gerne gemacht!“. 

Im Namen aller teilnehmenden Schüler möchte ich mich ganz besonders bei Frau Khan, die für die Planung verantwortlich gewesen ist, und Herrn Wünsch dafür bedanken, dass sie uns diese unvergessliche Studienfahrt ermöglicht haben.