Segeln3Wie jedes Jahr, hat auch diesen September die Q12 wieder ihre Studienfahrt angetreten. Für die Schüler gab es drei Ziele zur Auswahl. Dieses Mal waren es Rom, Wandern auf dem Jakobsweg in Spanien und Segeln auf dem Ijsselmeer. Die beste Wahl war ganz klar die Fahrt in die Niederlande mit den Begleitlehrern Claudia Heinzle und Herrn Hannemann. Das lag vor allem an der entspannten Atmosphäre, die man sich auf dem Segelschiff erhofft hatte.

Los ging alles am Sonntagabend auf dem Plärrerplatz. Eine lange Nacht im Bus stand allen bevor. Nach unserer Ankunft am Hafen Harlingen und einer kurzen Wartezeit, haben wir auch direkt unsere Kajüten bezogen. Bevor wir tatsächlich in See gestochen sind, hat uns unser Kapitän Peter mit seinem Matrosen Marten in den Aufbau seines Schiffes - die Pelikan - und die wichtigsten Grundbegriffe des Segelns eingeführt. Nachdem noch die wichtigsten Sachen im Supermarkt eingekauft wurden, ging es endlich los. Die nächsten fünf Stunden haben wir Segel hissen, wenden und Seemannsknoten geübt sowie die schöne Aussicht genossen. Die Insel Vlieland war unser erstes Ziel. Zur Orientierung – das liegt nordöstlich von Texel. Dort haben wir dann noch einen Strandspaziergang gemacht und im Anschluss in der Bordkombüse Abendessen gekocht. Es gab Hänchencurry mit Reis. Wie in jeder der folgenden Nächte haben wir im Hafen angelegt.

Segeln2Am nächsten Morgen ging es auch schon früh weiter, denn wir hatten unsere längste Strecke vor uns. Die Stimmung an Bord war – wie die ganze Woche – angenehm entspannt. Es gab ausreichend Zeit einfach mal die Seele baumeln zu lassen und Seeluft zu atmen. Aber natürlich mussten wir auch mithelfen. Während Peter stets am Steuerrad den Kurs gehalten hat, hat Marten uns erklärt was zu tun ist. Je nach Wind haben wir zusätzliche Segel gehisst und gewendet und Seile gespannt. Teilweise hingen wir zu siebt an den Seilen, um den enormen Kräften des Windes entgegenzuwirken. Das Ziel war die Insel Ameland. Hier hatten wir die Möglichkeit in der malerischen Landschaft spazieren zu gehen oder das hübsche Städtchen Nes zu besichtigen. Im zugehörigen Hafen haben wir wieder über Nacht geankert. Obwohl der Platz in den Kajüten ungewohnt eng ist, konnte dennoch fast jeder den Umständen entsprechend gut schlafen.

Am nächsten Tag hat uns der Wind nach Terschelling gebracht. Der Wind war so stark, dass sogar ein Seil des Klüvers gerissen ist. Das ist das Vorderste kleine Segel. Dort angekommen war eine Radtour quer über die Insel geplant. Am Ziel unserer Route wurden wir mit einem weitläufigen Strand belohnt. Auch Marten war dabei und hat uns über sein Hobby - Gleitschirm fliegen - staunen lassen. Zurück auf der Pelikan hat uns schon das Abendessen erwartet. Das heutige Küchenteam hat uns mit Spaghetti Bolognese versorgt. Der restliche Abend war wieder gefüllt von viel Humor und einer Vielzahl an Tischspielen.

SegelnWeil der Fahrradverleih die Drahtesel großzügigerer Weise erst am nächsten Vormittag zurückverlangte, hatten wir diesen Morgen noch etwas Zeit die Stadt zu erkunden. Gegen Mittag sind wir dann wieder in See gestochen. Auf einer der vielen Sandbänke, an denen wir vorbeigekommen sind, konnten wir Seerobben beobachten. Aber heute stand noch ein weiteres besonderes Event auf dem Programm. Wir haben das Schiff am späten Nachmittag im Wattenmeer trockenlaufen lassen. So hatten wir bei hüfthohem Wasser die Möglichkeit in der Eiseskälte baden zu gehen. Später, als das Wasser völlig gewichen war haben wir eine Wattwanderung gestartet. In einer unbeschreiblichen Sonnenuntergangs Atmosphäre hat uns Peter aus seinem Erfahrungsschatz etwas über die Lebewesen im Watt, die Muschelbänke und die Besonderheit der einzigen sichtbaren Bohrinsel erzählt. Wieder etwas gelernt. Trotz eines kleinen Malheurs mit den Spätzlen vom Abendessen, konnten wir unseren letzten Abend an Bord noch gut ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen ging es, sobald das Wasser wieder hoch genug stand, zurück zum Heimathafen. Wir hatten eine wunderschöne Woche hinter uns. Nicht nur war das für uns alle ein einmaliges Erlebnis, sondern wir haben uns als Gruppe und auch die Lehrer noch besser kennengelernt. Man erkennt uns an den marineblauen Hoodies, die wir im Nachhinein als Erinnerungsstück für die gesamte Gruppe bestellt haben. Danke an Fritz, der eigens ein Design dafür entworfen hat.

Die elfstündige Rückfahrt verlief soweit reibungslos. Letzten Endes sind wir um ein Uhr nachts alle heil wieder am Plärrer angekommen.

In ewiger Erinnerung an diese unvergessliche Studienfahrt…