nathanSo hatte die Neue Werkbühne (München) ihre Fassung des Dramas „Nathan der Weise“ von G. E. Lessing angekündigt. Und wir sagten: Das sollen unsere 10. Klässler sehen! Da die Aufklärung als literarische Epoche in der 10. Jahrgangsstufe im Deutschunterricht verankert ist und wir das Drama als Lektüre lasen, bot sich eine solche Veranschaulichung geradezu an.

Gespannt waren wir alle, Schüler und Lehrer, wie die Theatertruppe die Umsetzung angegangen ist. Geboten wurde uns eine in weiten Zügen recht klassische Version, sowohl in Bühnenbild, als auch Ausstattung als auch Text. Dass insgesamt nur vier Darsteller quasi alle Rollen spielten funktionierte gut, führte aber beim ein oder anderen Schüler zu kurzzeitiger Verwirrung. Die aktuellen Bezüge, die in der Titelgebung angekündigt waren, wurden als monologische Einschübe an verschiedenen Stellen zwischen die Szenen gesetzt. Für den ein oder anderen unter den Zusehern war das vermutlich passend, kommt man so eben etwas weniger durcheinander. Für andere im Publikum war das zu aufgesetzt, dieser Teil hätte sich eine andere Form der Aktualisierung gewünscht. 

Alle jedoch waren angetan vom darstellerischen Vermögen der Schauspieler und der Professionalität der Aufführung. 

Schülerstimmen:

„Ich schaue bei Theateraufführungen meistens auf die Darstellung und fand diese super! Tolle Spieler (Stimme, Kleidung, Mimik, Gestik, etc.)“

„Blieb halt trotz der aktiven Theaterumsetzung der ziemlich langweilige Nathan.“ 

„Hätte ich keinen Plan vom Drama gehabt, nach der Aufführung hätte ich einen!“