autonomes fahrenWie werden wir uns in Zukunft fortbewegen? Wann werden Elektroautos komplett unsere Straßen für sich einnehmen? Und vor allem: Wo soll überhaupt die – am besten nachhaltig gewonnene - Energie für die anstehende großflächige Digitalisierung in Mobilität und Alltag, für die Industrie 4.0 und damit Automation der Fertigungsprozesse, aber auch für das weitere Wachstum aller schon heute elektrifizierter Bereiche herkommen?

Fragen über Fragen, auf welche das MINT-EC-Camp Mobilität und Energie (21. bis 24. November 2018) in Karlsruhe 20 Schülern aus ganz Deutschland Antworten geben wollte. Diese sollten wir dann auch bekommen.

Nach einer Stadtführung und gegenseitigem Kennenlernen am Mittwoch begann es gleich am Donnerstag in der Frühe mit einem Besuch beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

lukasWorkshopGeothermieDort bekamen wir einen Workshop über die Geothermie, eine Art der Energie- und Wärmegewinnung, der in den Medien nicht die ganz große Plattform geboten wird wie den anderen erneuerbaren Energiequellen. Dennoch sollte den vielen Menschen mit Erdwärmeanlagen bei sich zuhause das Grundprinzip bekannt sein: Die Nutzung der Erdwärme als Energiequelle. Wärmepumpen und Co. können zwar im Privaten gute Alternativen sein, um nachhaltig nutzbare Energie zu generieren. Allerdings hat die großangelegte Nutzung der Geothermie auch viele Nachteile, die etwa durch Tiefenbohrungen entstehen (z.B. Erdrutsche, Verschmutzung des Grundwassers).

lukasWasserradDer zweite Teil des Tages war praktisch gestaltet: Im Labor für Wasserbau des KIT durften wir in Gruppen zu je vier Personen ein Wasserrad konstruieren und bauen. Im Anschluss wurde es auf den Wirkungsgrad (Effizienz) getestet, wobei sich schnell die relative Ineffektivität dieser zeigte. Das kann als Anreiz gesehen werden, die Forschung auf diesem Gebiet und dem der nicht-fossilen Energieträger allgemein weiter zu intensivieren.

Während also der Donnerstag ganz unter dem Zeichen der Energie stand, war am Freitag die Mobilität an der Reihe.

Daimler gab uns am Morgen im größten LKW-Fertigungswerk der Welt tiefe Einblicke, wie weit einerseits die Industrie 4.0 und andererseits der Einsatz von Elektromotoren in Deutschland tatsächlich sind. Zu ersterer lässt sich sagen, dass die meisten Arbeitsschritte im riesigen Werk wirklich vollautomatisch ablaufen. Neben einer alles steuernden Software schweißen bspw. KUKA-Roboter Bleche zusammen und selbstfahrende kleine Gefährte manövrieren gefährliche Teile in andere Werkshallen. Zweitens überrascht die immer weiter ansteigende Zahl an produzierten Elektro-LKWs, von denen selten gesprochen wird, wenn es um E-Mobilität geht.

Am Donnerstagabend waren wir dann wieder im KIT eingeladen. Nach einem Vortrag eines dort lehrenden Forschers zum Dieselmotor – der Vortrag mündete in hitzigen Diskussionen, ob die herkömmlichen Verbrennungsmotoren wirklich noch überlebensfähig sind – standen Besichtigungen anderer Fachbereiche an. Unter anderem zeigte uns eine kleine Studentengruppe deren kleinen Motorsportwagen, mit dem es an internationalen Turnieren teilgenommen hat. Außerdem ließ uns ein Doktorand seine Arbeit zur Sensorik moderner Autos bewundern.

Schließlich stand noch vor der Abreise am Samstag von jedem Teilnehmer ein Referat zu den zwei Oberthemen an, ehe man sich verabschiedete.

Insgesamt lässt sich urteilen, dass dieses Camp im Hinblick auf die existierenden und kommenden Energie- und Mobilitätsfragen gute Antworten, aber vor allem neue Inspiration geboten hat, über die wir uns Gedanken machen sollten.

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