Menü

Am Donnerstag, den 15. Februar 2018 fand im Jakob-Fugger-Saal der IHK Schwaben das 44. Augsburger Konjunkturgespräch statt. Im Rahmen der Schulpartnerschaft mit der Dierig Holding AG folgte eine Gruppe von Schülern des JFG der freundlichen Einladung und besuchte den Dialog mit dem diesjährigen Thema „Wirtschaftswunder bei sozialer Ungleichheit“, der in Kooperation mit der Universität Augsburg veranstaltet wurde.

Nach einer thematischen Einführung durch Prof. Dr. Peter Welzel, der kurz auf die Geschichte des deutschen Wirtschaftswunders zurückblickte, begrüßte Moderatorin Ursula Heller vom Bayerischen Rundfunk den Präsidenten des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest. In seinem Vortrag ging er auf die aktuelle konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und Europa ein und bewertete die finanzpolitischen Ankündigungen der Großen Koalition kritisch. Fuest hält eine Euroreform in Richtung einer größeren Risikoteilung verbunden mit mehr Marktdisziplin für dringend notwendig, um einen möglichst stabilen Kurs der Eurozone zu erreichen. Zudem sei aus seiner Sicht die Wirtschaftspolitik der „Schwarzen Null“ nur sinnvoll, wenn sie in einem internationalen Kontext stehe und nicht nur von Deutschland betrieben werde.

Als zweiter Referent beleuchtete Prof. Dr. Martin Werding, Lehrstuhlinhaber für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum, die Aspekte der sozialen Ungleichheit in Zeiten einer florierenden deutschen Wirtschaft. Er stellte fest, dass - entgegen einiger Behauptungen - die Ungleichheit in Deutschland nicht so hoch sei, wie oft wahrgenommen. Vom Ende der 1990er Jahre bis 2005 habe die Ungleichheit verfügbarer Einkommen zugenommen, seit diesem Zeitpunkt stagniert sie jedoch, so Werding.

In der anschließenden Podiumsdiskussion, an der auch Dr. Dr. Anton Losinger, Weihbischof von Augsburg sowie Mitglied der deutschen Bischofskonferenz und der Ethikkommission, teilnahm, bezogen die Referenten Stellung zu kontroversen Sachfragen, welche die Gesellschaft in der Zukunft beschäftigen werden. Dazu zählten unter anderem die Folgen des demografischen Wandels, hohe Immobilienpreise, drohende Arbeitslosigkeit und die daraus resultierende Angst vor einem sozialen Abstieg, die viele Bürger bewegt.

Insgesamt betrachtet bot das Konjunkturgespräch einen sehr kurzweiligen und lehrreichen Dialog, dessen interessante und realitätsnahe Themen von großer Relevanz sind. Wir danken Herrn Dierig sehr herzlich für die Einladung zu dieser Veranstaltung.

Zum Seitenanfang