13.11.2022
Kategorie(n): Fächer A-Z, Geschichte, Lernen am JFG

Theaterstück “Empfänger unbekannt“ – Eine Freundschaft in Zeiten des Nationalsozialismus

Autor:in: Amelie Brandsch, Q11

Am 09. November 2022 durften die Schülerinnen und Schüler der Q11 gemeinsam mit den Leitern der vier Geschichtskurse und Herrn Högl in der 5. und 6. Stunde das Theaterstück “Empfänger unbekannt” besuchen. Grundlage des Stückes ist der gleichnamige fiktive Briefwechsel zweiter Freunde, der im Jahr 1938 von der amerikanischen Schriftstellerin Kressmann Taylor verfasst wurde und zuerst in der New York Times erschien. Nachdem das Werk mehrere Jahrzehnte aus der Öffentlichkeit verschwunden war, tauchte es in den 2000ern wieder auf und gewann international stark an Popularität. Die beiden Schauspieler Matthias Klösel und Olaf Ude führten das Werk nun als Zwei-Mann-Theaterstück am JFG in Raum BU07 auf.

Das Drama unter der Regie von Jörg Schur handelt von den beiden Freunden und Geschäftspartnern Martin Schulze und Max Eisenstein. Zusammen leiten sie in den USA einen gut gehenden Kunsthandel. Im Jahr 1932 kehrt Martin zurück nach Deutschland. Aufgrund der Entfernung zwischen den USA und Deutschland entwickelt sich eine innige Brieffreundschaft zwischen den tief verbundenen Freunden. Sie schreiben offen über ihre Erlebnisse und was sie bewegt. Während der nationalsozialistischen Entwicklungen und der Machtergreifung Hitlers in Deutschland gerät der Jude Max in Sorge um seine jüdischen Angehörigen in Deutschland. Parallel zu Max‘ Beunruhigung macht Martin allerdings Karriere in der NSDAP. Er entwickelt eine immer judenfeindlichere Haltung und fordert Max schließlich auf, die Briefkorrespondenz zu beenden, weil er sonst als „Judenfreund“ im NS-Deutschland Nachteile zu befürchten hätte. Max leidet sehr unter diesem Ende, bittet Martin jedoch trotzdem ein letztes Mal verzweifelt um Hilfe für seine verfolgte Schwester Gisela. Martin allerdings weigert sich, ihr zu helfen und Gisela wird von SA-Männern ermordet. Somit zerbricht die Freundschaft endgültig und aus Verzweiflung und Wut rächt sich Max an Martin, indem er ihm weiter Nachrichten nach Deutschland schickt, in denen er vorgibt, dass Martin eine große Nähe zum Judentum hätte. Obwohl Martin Max flehentlich darum bittet, ihm nicht mehr zu schreiben, weil er sonst ins Konzentrationslager kommen können, macht Max weiter. Der letzte Brief, den er schickt, kommt in die USA zurück mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt“, was suggeriert, dass die Gestapo Martin nun abgeholt und ins KZ verbracht hat.

Im Anschluss an die Aufführung hatten die Zuschauerinnen und Zuschauer noch die Möglichkeit mit den beiden Schauspielern ins Gespräch zu kommen. Es entwickelte sich eine interessante Fragerunde zu den Aspekten der schauspielerischen Vorbereitung auf das Stück und eine angeregte Diskussion zu den moralischen Fragen, die im Stück aufgeworfen werden. Abschließend kann ich sagen, dass es für mich eine sehr bewegende und blicköffnende Aufführung war. Durch die Schauspielkunst von Matthias Klösel und Olaf Ude zeigte sich der Schrecken des Nationalsozialismus und wie anfällig die Menschen doch für totalitäre Ideologien sein können. Ich werde das Theaterstück auf jeden Fall noch lange in Erinnerung behalten und kann es sehr weiterempfehlen.

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