Schüler des Jakob-Fugger-Gymnasiums folgen in der Slowakei den Spuren ihres Namensgebers






Was hat Jakob Fugger mit dem Smartphone in der Hosentasche zu tun? Dieser Frage gingen Schülerinnen und Schüler des Augsburger Jakob-Fugger-Gymnasiums vom 3. bis 8. Oktober 2026 in Banská Bystrica nach. Bei der zweiten von Erasmus+ geförderten „International Fugger Youth Conference“ (IFYC26) trafen sie Jugendliche aus Krakau und der Slowakei. Gastgeber war die Schule ZŠ Moskovská 2. Die mittelslowakische Stadt war einst ein Zentrum des Thurzo-Fuggerschen Kupferhandels.
Nach der langen Zugfahrt und dem Familientag stellten die Gruppen am ersten Projekttag zunächst ihre Heimatstädte vor. Augsburg war die Stadt der Fugger, Krakau ein wichtiger Logistik- und Handelsknoten ihres Netzwerkes. Slowakische Schüler führten ihre Gäste dann durch die Thurzo-Fugger-Ausstellung. Sie zeigt, wie Kupfer- und Silberbergbau die Region prägten und wovon auch die Fugger profitierten.
In Hodruša-Hámre besuchten die Jugendlichen die Abraumhalde der letzten aktiven Goldmine der Slowakei. Mehr als 98 Prozent des geförderten Gesteins sind Abraum, der fein gemahlen deponiert werden muss; Gold macht nur wenige Gramm pro Tonne aus. Im historischen Bergwerk erlebten sie, wie mühsam die Arbeit unter Tage im Dunkeln war. In der UNESCO-Welterbestadt Banská Štiavnica ging es mit Virtual-Reality-Brillen durch die Bergbaugeschichte.
Beim Recyclingunternehmen ZEDKO erfuhren sie, dass eine Tonne ausgedienter Smartphones und ähnlicher Geräte bis zu viermal mehr wertvolle Metalle wie Silber, Kupfer und Gold enthält als eine Tonne Gestein aus Hodruša-Hámre. Bei der Betriebsführung sahen die Lernenden, wie diese Metalle aus Elektroschrott zurückgewonnen werden. Mit der Rohstoffbox zerlegten die internationalen Teams alte Handys und ordneten die Bauteile den Elementen des Periodensystems zu.
Zum Abschluss empfing Vizebürgermeister Martin Majling die Gruppen im Rathaus. Ein Team fasst die Woche so zusammen: eine „Chance, auf unterhaltsame Weise zu lernen, wie die Welt der Rohstoffe funktioniert“.