„Amsterdam“ in Augsburg – Theaterexkursion der 11. Klassen

Autor:in: Anna Büttner, 11A
Kategorie(n): Fächer A-Z, Geschichte, Lernen am JFG

Am 9. Juli 2026 besuchten einige interessierte Schülerinnen und Schüler der elften Klassen in Begleitung von Frau Obermeier die Brechtbühne im Gaswerk des Staatstheaters Augsburg, um die Vorstellung des Stückes „Amsterdam“ von Maya Arad Yasur zu anzuschauen.

Das Stück beginnt mit einer scheinbaren Banalität, die sich aber schnell zu einer historischen Spurensuche entwickelt: Eine hochschwangere israelische Violinistin, die im heutigen Amsterdam an der Keizersgracht lebt, findet eine unbezahlte Gasrechnung aus dem Jahr 1940 unter ihrer Wohnungstür. Auf der Suche nach dem Ursprung dieser Rechnung gerät ihr Leben aus den Fugen, und das Stück begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit, die tief in die dunkle Geschichte des Hauses während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg eintaucht. Dabei wird die Frage aufgeworfen, wer in den Monaten, während die jüdischen Vorbesitzer deportiert wurden, das Gas verbraucht hat.

Bei der Inszenierung wurde auf auffällige Kulissen verzichtet und stattdessen auf eine sehr schlicht gestaltete Bühne gesetzt. Auf dieser trat ein Ensemble aus mehreren Schauspielern auf, die fließend die Rollen und Erzählperspektiven wechselten, was ein gewisses Unbehagen verursachte und so auch die Komplexität des Themas unterstrich. Durch diese sprachliche Dynamik aus schnellen Wortwechseln und inneren Monologen wurde eine packende Kriminalgeschichte mit der Frage nach historischer Verantwortung verknüpft und das Lebensgefühl einer modernen, kosmopolitischen Europäerin mit den tiefliegenden Traumata von Antisemitismus und Verdrängung verbunden.

Für unsere Exkursionsgruppe war der Theaterabend ein voller Erfolg, da er diese schwierigen Themen sowie kollektive Schuld ohne moralischen Zeigefinger vermittelte, internalisierte Narrative hinterfragte, und beim anschließenden Austausch auf dem Heimweg für intensiven Gesprächsstoff sorgte.